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Im Internet : Tiesel-Beiträge - auch über Met. und Politik der Erde (klicken)

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Meteorologie

und

Politik

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A:

METEOROLOGIE

und

POLITIK (Erde)

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Wer zu spät kommt,

den bestraft die Meteorologie...

('Gorbatschow')

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Bush und sein Hurrikankrieg

(Dr. Tiesel, 4.Okt. 2005)

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Es ist ein Irrglaube der Menschheit anzunehmen, sie könnte die Naturgewalten der Erde - wie Erdbeben/Tsunamis, Vulkanausbrüche, Hitze-/Trockenperioden, Überschwemmungen und auch tropische Wirbelstürme - verhindern, beeinflussen oder exakt vorhersagen.

Das hat in jüngster Vergangenheit auch die Supermacht USA unter Bush erfahren, als die extremen Hurrikane KATRINA und RITA im Süden der USA verheerende Schäden anrichteten.

Hurrikan KATRINA im Golf von Mexiko, 28.August 2005

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Wohl bitter mußte auch Bush erkennen, dass diese extremen Unwetter der Atmosphäre unbezwingbar sind und auch beten wenig hilft.

Zu spät startete er - dann selbst mit Spezialtruppen - eine Art Krieg gegen die Hurrikane und verlor.

Ein Beispiel : die vergebliche Bekämpfung des Dammbruchs , der New Orleans überflutete. Ohnmächtig stand die Weltmacht der fast außerirdischen Energie der Hurrikane gegenüber, die mit sintflutartigen Regenfällen, extremen Orkanböen und einer schweren Sturmflut den lebensrettenden Schutzdamm der Großstadt mit einer Urgewalt durchbrachen.

Dabei hatte man mit der Intensität der Hurrikane bei ihrem Übergreifen auf die Küste und ihren eingeschlagenen Zugbahnen noch riesiges Glück.

Großes Glück auch, dass die beiden Hurrikane nicht ihre eigene Zugbahn kreuzten, so wie einige frühere Wirbelstürme, die infolge thermischer Ansaugprozesse zum warmen Wasser des Golfs von Mexiko zurückkehrten, hier neue potentielle Wärmeenergie tankten und danach erneut mit brachialer Gewalt auf die Küstenregion übergriffen.

Die beiden Hurrikane haben gezeigt, dass gewaltige tropische Wirbelstürme in der Lage sind, selbst die Weltmacht USA (auch finanziell) zu erschüttern und selbst ihren augenblicklichen Präsidenten Bush politisch zu schwächen.

Kriege gegen extreme Unbilden der Natur haben eben einen total anderen, fast ohnmächtigen Charakter, als Kriege gegen Menschen und Länder...

Von allen Seiten - auch von den Politikern der USA - wird immer tiefer nachgefragt, was der Grund dafür ist, dass in den letzten Jahren die Häufigkeit und Stärke der Hurrikane zugenommen hat.

Fast alle Experten sind der Meinung, dass dafür der Treibhauseffekt die Hauptursache ist.

Durch die globale Erwärmung der Erde über den Treibhauseffekt erwärmen sich auch die Weltmeere mit ihren Buchten im Äquatorraum.

Werden die spezifischen Seegebiete für Hurrikane - wie die Karibik und der Golf von Mexiko - immer wärmer, führt das nicht nur zu einer häufigeren Ausbildung dieser tropischen Wirbelstürme sondern gleichzeitig zu einer markanten Verstärkung der Intensität der Hurrikane.

Eine der Folgen ist, dass die Hurrikansaison länger andauert als früher und sich immer häufiger sehr schwere Hurrikane bilden.

Das gilt übrigens auch für die anderen tropischen Wirbelstürme der Erde wie Taifun, Baguio, Zyklon, Mauritiusorkan und Willy-Willy.

Um zu verhindern, dass in Zukunft noch stärkere Katastrophen - speziell durch tropische Wirbelstürme - auftreten, muß ihre Ursache, der Treibhauseffekt, bekämpft werden.

Mit hauptverantwortlich für den Treibhauseffekt der Erde ist aber auch die Wirtschaft der USA durch ihren immensen Ausstoß an Treibhausgasen.

Trotzdem haben die USA - zusammen mit wenigen anderen Weltmächten - das Kyoto-Protokoll zur Eindämmung der globalen Umweltverschmutzung unseres Planeten bis jetzt nicht unterzeichnet.

Hurrikan RITA

Ob die größte Macht und Demokratie der Erde unter Bush ihre Meinung jetzt ändert, nachdem sie den Inland-Krieg gegen die beiden extremen Hurrikane KATRINA und RITA deutliche verloren haben und allmählich akzeptieren, dass die durch ihre Umweltpolitik die Entwicklung auch dieser Hurrikane selbst mit verursacht haben ?

Beispielhaft hat diese sehr schwere Katastrophe durch die beiden Hurrikane gezeigt, dass die USA und damit auch die ganze Menschheit - zusammen mit der anderen Lebewelt - den unberechenbaren Naturgewalten der Erde bis zum bitteren Ende ausgesetzt sind.

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Wetter und Krieg - Beispiel Irak

(Dr. Tiesel - 27. März 2003)

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Wie wichtig in einem Krieg Wetter, Witterung und Klima sind, kann man am aktuellen Krieg im Irak sehr deutlich erkennen.

Für die Planung eines Krieges werden allgemein immer die Mittelwerte des langjährigen Klimas für die Kriegsregion und für den Weg zum Kriegsschauplatz herangezogen.

Am Liebsten würden natürlich die Kriegsverursacher vom Wetter nichts Wissen und den Unsicherheitsfaktor Wetter/Klima gern ausschließen.

Und je moderner und gewaltiger eine Kriegsmacht ist, um so mehr reden deren Generäle von einem Krieg, in dem Wetter und Klima keine Rolle mehr spielen, bis sie von der Mutter Natur eines Besseren belehrt werden.

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Auf unserer Erde gab es jedenfalls bis jetzt keinen wetterunabhängigen Krieg.

Und auch in den leider noch kommenden Kriegen, egal wo, werden Wetter und Klima auf den Verlauf des Krieges immer eine mit entscheidende Rolle spielen.

Aus der Vergangenheit seien hier nur genannt Stalingrad - wo der schwere Eiswinter die Wende des zweiten Weltkrieges einläutete - und Vietnam, wo die Naturgüter Wasser und Luft nicht zu besiegen waren.

Offensichtlich glauben in jedem Krieg die großen Heerführer, dass sie - außer Gott - nichts zu fürchten brauchen.

Oder meinen sie eventuell mit ihrem angebeteten Gott eventuell die Natur, die Naturgewalten und damit auch das Wetter und Klima ?

Sehr interessant ist immer, dass nach einem nicht gewonnenen Krieg die Kriegsverlierer ihre Niederlage auch sehr rasch auf das Wetter und Klima schieben.

Für kriegsführende Mächte mit Realitätssinn gibt es aber Naturgewalten, vor denen sie höllischen Respekt haben. Denken wir nur an starke Hitzeperioden mit absoluter Trockenheit, an kräftige Monsunregenperioden, an anhaltende Sturm- und Orkanwetterlagen, an schwere Schnee- und Frostzeiträume mit starker Vereisung; aber auch an die Saison mit Tornados, Hurrikanen usw.

Und so haben selbst die USA es aufgegeben ihre Karibik-Hurrikane (mit Silberjodit u.ä.) mit Kriegstechniken zu bekämpfen.

Wegen dieser meteorologischern Naturphänomene werden Meteorologie und Klimatologie auch zukünftig stets in die Planung von Aufständen, Revolutionen und natürlich auch von Kriegen einbezogen.

Und so entscheiden nicht selten die häufig im Hintergrund arbeitenden Kriegsmeteorologen und Kriegsklimatologen über einen Krieg, besonders aber über seinen Beginn.

Sehr deutlich wird das alles beim aktuellen Krieg im Irak.

Hier wurde von den Amerikanern, insbesondere von Präsident Bush, immer wieder versucht, den Krieg in einem Zeitraum zu führen, wo das Klima im Irak für die Soldaten (selbst aus den Südstaaten) noch nicht zu heiß und zu trocken ist und noch keine schweren Sandstürme auftreten.

Plausibel wird das, wenn man sich ein paar Klimawerte zum Beispiel von Bagdad anschaut. Im März liegen die Mitteltemperaturen bei 16.2 Grad und rund 35 mm Regen fallen, im April liegen die Werte bei 21.5 Grad und 25 mm. Das ist noch einigermaßen passables Kriegswetter. Aber im Juli und August geht das Mittel (!) der Monatstemperatur auf 35 Grad hoch und es gibt Höchsttemperaturen zwischen 40 und 50 Grad.

Und in dem dann subtropischen Trockenklima fällt von Juli bis September (!) kein Tropfen Regen.

Das ist Antikriegswetter.

Auch Bush weiß, dass er - auch bei der schweren Ausrüstung der Bodentruppen - während dieser extremen sommerlichen Jahreszeit keine Chance hat, einen Krieg gegen die das Klima gewohnten irakischen Ureinwohner zu gewinnen.

Aus diesen Klimagrund mußte der Krieg sofort im Frühjahr beginnen und durfte auf keinen Fall durch die weiteren Aktivitäten der UNO in den kriegsfeindlichen Sommer hinausgezögert werden, zumal ja auch alle Truppenteile angelandet waren.

Auch unter diesem Wetter- und Klimadruck erklärten umgehend die Amerikaner, Engländer u.a. Irak den Krieg - ob mit oder ohne UNO-Mandat, spielte dabei keine Rolle.

Hauptsache - auch wegen des Wetters - sofort mit dem Krieg beginnen und ihn zeitlich so schnell wie es nur geht zu Ende zu bringen.

Ein meteorologischer Fakt dafür war auch immer, auf keinen Fall während des Krieges in die Saison der Sandstürme hineinzukommen.

Welchen Horror die Amerikaner vor Sandstürmen haben, konnte man an der einen Wetterlage erkennen, wo der schwere Sturm mit Orkanböen meist aus Nordwest den Sand so aufwirbelte, dass der ganze Angriff der Amerikaner zum Erliegen kam und dieses Naturprodukt Sand den modernsten Kriegsgerät Schaden zufügte. Gleichzeitig nutzten die Iraker diese ihnen bekannten Witterungsunbilden für eine unerwartete Gegenoffensive.

Damit haben die Amerikaner ihren ersten Kampf auch gegen das Wetter im Irak schon verloren. Und nun kommen sie in die beginnende Trockenhitze und in die wahre Sandsturmperiode (die global mit unserem typischen Aprilwetter zusammenhängt) erst richtig hinein.

Wohl auch deshalb weiterhin die wilde Hektik der Amerikaner, den Krieg mit allen Mitteln und so schnell wie nur möglich zu beenden.

Aber alles sieht für die USA nach einem zweiten Vietnam aus...

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Politik und Klimafolgeschäden 2003

(Dr. Reiner Tiesel, Dez. 2003)

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Experten beziffern die Klimafolgeschäden des Jahres 2003 infolge der Naturkatastrophen auf dem Klimagipfel in Mailand auf rund 60 Milliarden Dollar.

Schuld daran hat die globale Klimaerwärmung der Erde infolge des Treibhauseffektes (Abb.), der vorrangig der Wirtschaft große Schäden zugeführt hat.

Erderwärmung durch den Treibhauseffekt

Allerdings wird diese Tatsache insbesondere von der USA-Regierung aus politischen und wirtschaftlichen Gründen abgestritten.

Große direkte Schäden und Nachfolgeschäden hatte Europa infolge des extrem heißen Sommers 2003 und ihrer sehr lange andauernden Trockenheit zu verzeichnen.

Hier belaufen sich die Schadensschätzungen nur im Bereich der Landwirtschaft auf rund 10 Milliarden Dollar.

Sehr wichtig ist die Feststellung , dass infolge dieses außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers 2003 etwa 20 000 Menschen in Europa gestorben sind.

Im gleichen Sommer kostete China die Überschwemmungen rund 8 Milliarden Mark und der mittlere Westen der USA bezahle für Tornadoschäden eine Versicherungssumme von zirka 3 Milliarden Dollar.

 In Mailand warnten die Experten davor, dass zukünftig die schweren Klimakatastrophen noch häufiger auftreten werden.

China warnte auf dem Kongress, dass diese Katastrophen die vielen Entwicklungsländer bedeutend stärker heimsuchen wird, als die Industrieländer.

Aber natürlich leidet nicht nur die Menschheit der Erde unter dieser großräumigen Erwärmung der Lufthülle, sondern auch die übrige Lebewelt - wie Tiere und Pflanzen.

Schuld daran ist, dass auch die bisherigen Lebensräume von Tieren und Pflanzen sich durch den Treibhauseffekt merklich ändern. Die Klimazonen, denen sie sich in langer Entwicklungszeit angepaßt haben , verschieben sich infolge der globalen Erwärmung unseres Planeten immer weiter in Richtung der kalten Erdpole.

Damit treten zukünftig immer mehr Wetter- und Klimakatastrophen auf, selbst in den Erdgebieten, die bislang davon verschont geblieben sind.

Das Auftreten der sieben heißesten Sommer in Deutschland der letzten rund 150 Jahre in den letzten nur zehn Jahren (seit 1992) zählt zweifelsohne dazu.

Nicht abzuschätzen ist auch bislang, wohin eine Erhöhung des Ozeanwasserspiegels unserer Erde durch die großräumiges Abschmelzen von Schnee und besonders Eis führt.

Aber wie bei allen globalen Katastrophen gibt es auch etwas Positives zu vermelden.

So geben einzelne Regionen der bereits recht stark abgeschmolzenen Berggletscher oder des zurückgehenden sibirisch-kanadischen Permafrostbodens wahre historische Schätze der Menschheit frei, die in dem Eis fast total konserviert wurden. Besonders einträchtig sind die Alpen, auch weil sie eine wichtige Rolle in der Menschheitsgeschichte spielen.

Aber es wäre besser, es würde erst gar nicht zu diesen Rückgang des Eises unserer Erde kommen. Denn unser Planet ist unberechenbar, und er könnte in Zukunft auch unmittelbar auf die Änderungen seiner Oberfläche reagieren.

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Denkbar wäre auch , dass diese Ereignisse in Zukunft auch Auswirkungen auf den Erdmantel haben könnten, mit der Folge verstärkter Erdbeben oder Vulkanausbrüche aus dem glühenden Erdinnern heraus.

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Die Menschheit sollte sich ständig vor Auge führen, was für einem riesigen Zufall sie es in diesem Weltall zu verdanken hat, dass sie - wie die übrige Lebewelt - überhaupt auf der Erde existieren kann.

Man denke hierbei nur an die so extrem gefährdete etwa nur acht Kilometer dicke Lebenshaut die mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff angereicherte ist, an die Existenz von Wasser, an die dosierte Sonnenstrahlung, an den glühend heißen Erdkern und vieles andere mehr.

Tiere und Pflanzen können sich nicht gegen die von uns Menschen gemachte anthropogene Klimaänderung wehren. Aber auch sie haben das biologische Recht des wenigstens zeitweisen Lebens auf der Erde.

Auf jeden Fall würde die Menschheit - und das betrifft es nicht nur die reichen Industrieländer - mehr für das Dasein aller Lebensformen auf unseren blauen Planeten tun, wenn sie sich, anstatt Krieg zu führen, mit der Lösung dieses klimatologischen Erdproblems intensiver beschäftigen würden.

Vielleicht bewirken die extrem schweren Klima- und Klimanachfolgeschäden von 2003 ein allmähliches Umdenken der Länder, die für diese klimatologische Weltkatastrophe mit die Hauptverantwortung tragen.

 

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(Neue Beiträge folgen , ältere werden z.T. überarbeitet oder gelöscht...)

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.B:

METEOROLOGIE

und

POLITIK (Dt.Wetterdienst)

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Vergeblicher Hilferufe,

um die Auflösung (1995) des einzigen Wetteramtes in Nordostdeutschland

- der alten Seewetterdienststelle in Rostock-Warnemünde -

durch das Bundesministerium für Verkehr/die Treuhand und den Deutschen Wetterdienst

zu verhindern ...

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1.

Direktor des Instituts für Ostseeforschung

an den Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes

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2.

Präsident des Deutschen Sportbundes

an zuständigen Bundesminister für Verkehr

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3.

Tiesel - Deutscher Wetterdienst

an den Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns

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DeutscherWetterdienst

Wetteramt Rostock

Parkstr. 47

18119 Rostock

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An den

Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Herrn Dr. B. Seite

-persönlich-

Schloßstraße 2-6

19053 Schwerin Warnemünde, 02. Dezember 1994

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

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nach Beschlüssen des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird die Auflösung des Dezernats Wettervorhersagedienst und damit die Auflösung des Wetteramtes Rostock am 1. April 1995 erfolgen.

Noch im September wurde uns in Schreiben des BMV und des DWD mitgeteilt, daß die meteorologische Versorgung des ganzen Landes Mecklenburg-Vorpommern (M-V) - nach Auflösung des Wetteramtes - dem Regionalzentrum Hamburg zugeordnet wird.

Anfang November wurde vom DWD in Hamburg eine Aufteilung des Wetterdienstes M-V und eine Zuordnung an die Regionalzentren Potsdam und Hamburg vorgestellt - gegen die wir protestierten.

Die Aufteilung wurde am 21.11. in Offenbach beschlossen.

Danach wird Potsdam die meteorologische Versorgung des Binnenlandes M-V und Hamburg die des Küstenbereiches M-V übertragen.

Ohne uns zu befragen, soll die Abgrenzung bilateral bestimmt werden.

Beharrt man auf dieser geographischen Aufteilung, so wäre M-V unseres Wissens das einzige Bundesland Deutschlands, dessen Wetterdienst aufgeteilt werden würde.

Der Wettervorhersage- und auch Wetterwarndienst für M-V würde damit ab 1.4.1995 ausschließlich von Potsdam bzw. Hamburg erfolgen, weil keiner der 5 erfahrenen Rostocker Meteorologen, alle mit einer über 30-jährigen regionalen Wetterdienstpraxis, in Warnemünde mehr tätig wäre.

Nach Auflösung des Wetteramtes würden in Warnemünde nur noch die Wetterbeobachtungsstation (Fachtechniker), ein Klimagutachtendienst (2 Klimatologen und Fachdienst) und die Außenstelle des Hafendienstes des Seewetteramtes Hamburg (2 Fachdienste) verbleiben.

Gleichzeitig würde es damit erstmals seit 1912, dem Gründungsjahr der Luftwarte in Rostock, in Nordostdeutschland keinen Regionalwetterdienst mehr geben.

Ebenso würde der regionale Wetterwarndienst, dieser Dienst für die Landwirtschaft wurde vor über 130 Jahren (1862) zum ersten Mal in Deutschland von Rostocker Universitätsprofessoren gegründet, nicht mehr von Meteorologen des eigenen Landes durchgeführt werden.

Im dem Schreiben an Sie vom 14.02.1994 haben wir auf die Folgen der Auflösung des Wettervorhersagedienstes und damit des Wetteramtes für unser Bundesland hingewiesen.

Nach Ihrem Antwortschreiben vom 27.04.1994 - für das wir uns nochmals bedanken möchten - waren wir guten Mutes, daß wenigstens der Kern des Wettervorhersagedienstes und damit des Wetteramtes bestehen bleibt.

Wir befürchten, daß der Vertreter M-V im Verwaltungsbeirat des DWD, Herr Dr. Rommel, unseren wiederholt an ihn herangetragenen Vorstellungen zum Erhalt des Landeswetteramtes zu wenig Nachdruck verliehen hat.

Zu prüfen wäre auch, ob die Beschlußfassung über M-V während der letzten Verwaltungsbeiratssitzungen des DWD, an denen unseres Wissens Herr Dr. Rommel nicht teilnahm, rechtsgültig ist.

Nachdrücklich sprechen wir uns noch einmal gegen die totale Auflösung des Landeswetteramtes, gegen die jetzt beschlossene Aufteilung des Wetterdienstes in M-V und auch aus Gründen der Arbeitsplatzsicherung gegen die Übernahme des Binnenwetterdienstes durch Potsdam aus.

Nachdem der Deutsche Wetterdienst dem Bundesland Schleswig-Holstein ab 1996 - also nach der Umgestaltung des DWD - in Schleswig wieder einen Wetterdienst für die Landwirtschaft zugestanden hat, dürfte dem ehemals zweitgrößten Wetteramt Ostdeutschlands dies auch zustehen...

Sollte die Auflösung des Wetteramtes unumgänglich sein, so schlagen wir die Errichtung einer Außenstelle des Wettervorhersagedienstes des Regionalzentrums Hamburg in Warnemünde vor.

Sie könnte sich mit der in Warnemünde verbleibenden Außenstelle des Hafendienstes des Seewetteramtes Hamburg zusammenschließen.

In dieser Außenstelle, die mit 2 bis 3 erfahrenen Meteorologen besetzt werden könnte und deren Leiter gleichzeitig der Landesbeauftragte für den Unwetter-Katastrophenschutz M-V ist, könnten die wichtigsten landeswetterdienstlichen Tätigkeiten weiterhin durchgeführt werden.

Das Seewetteramt in Hamburg sollte aus folgenden Gründen die meteorologische Hauptverantwortung und Grundversorgung sowohl für die Küste als auch für das Binnenland M-V übernehmen:

- in Hamburg arbeiten ab 1.1.1995 zwei erfahrene Rostocker Meteorologen - Hamburg erstellt seit Jahrzehnten auch Wettervorhersagen für ganz M-V

- die Landeshauptstadt Schwerin liegt unweit von Hamburg

- für den Wetterdienst wichtige landespolitische Strukturen M-V, wie z.B. die Medien, sind vorrangig in Hamburg bzw. Schwerin angesiedelt - unsere Kunden orientieren sich mehr nach Hamburg als nach Potsdam

Nur im Falle einer unumgänglichen Aufteilung des Wetterdienstes in M-V schlagen wir als Kompromiß vor, daß der ehemalige Küstenbezirk Rostock und der frühere Bezirk Schwerin Hamburg und der ehemalige Bezirk Neubrandenburg Potsdam zugeordnet wird.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich vor allem beim Bundesministerium für Verkehr und über den Verwaltungsbeirat des Deutschen Wetterdienstes für den Erhalt des Kerns des Landeswetteramtes in Warnemünde oder für eine Überführung des Wetteramtes Rostock in eine Außenstelle des Seewetteramtes Hamburg einsetzen würden.

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Mit freundlichen Grüßen und im Namen aller Kollegen

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Dr. Tiesel

(Leiter Wettervorhersagedienst)

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Weitere Beiträge und vergebliche Eingaben/Proteste

gegen die Auflösung des Wetteramtes Rostock / der Seewetterdienststelle in Warnemünde

- u.a. von Dr. Otto Mielke (langjähriger Leiter des Sturmflutwarndienst/DDR-Ostseeküste) ,

folgen....

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(Ende)