Verwendung der Artikel nur mit Zustimmung des Autors ! ! !

.Im Internet : Artikel von Tiesel - auch mit Gedanken über Meteorologie und Theologie (klicken)

Meteorologie

+

Theologie

.

Dass in den Kirchen gepredigt wird,
macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen
nicht unnötig ...
(Lichtenberg)

.

Blitz und Donner wurden schon bei den Germanen
als Gottheiten verehrt

.

.......................................................................................................................................................................

.

Hurrikan "Katrina" war "Strafe Gottes"

Der Bürgermeister von New Orleans hat die schweren Hurrikans im Vorjahr als eine Strafe Gottes für den Irak-Krieg und die Probleme unter den Afroamerikanern bezeichnet. "Sicherlich heißt er (Gott) es nicht gut, dass wir unter falschem Vorwand im Irak sind", sagte Ray Nagin nach Angaben der Lokalzeitung "Times-Picayune" (Dienstagausgabe). "Sicherlich ist er auch verärgert über die schwarzen Amerikaner. Wir kümmern uns nicht um uns, wir kümmern uns nicht um unsere Frauen, und wir kümmern uns nicht um unsere Kinder. Deshalb habe Gott einen Hurrikan nach dem anderen geschickt, fuhr der schwarze Bürgermeister fort..

.

..................................................................................................................................................................................

..

Blitze - Feuerstösse des Himmels

(Dr. Tiesel , Jan. 2003)

.

Blitze sind eine der atmosphärischen Erscheinungen, die die Menschheit mit am stärksten in Angst und Schrecken versetzen. Aber auch Pflanzen und Tiere, selbst Fische, fürchten sich sehr vor starken Blitzeinschlägen. Der Hauptgrund dafür ist, dass Blitze selbst Menschen erschlagen und verheerende Flächenbrände verursachen können.

Bei einem Blitz handelt es sich um Ausgleichsentladungen mit elektrischen Spannungen bis 100 Millionen Volt innerhalb eines Gewitters. Aber wegen dieser extrem kurzen Dauer eines Blitzes ergibt sich allgemein nur eine relativ geringe Gesamtenergie.

Es gibt mehrerer Arten von Gewitterblitzen.

Die häufigsten Blitze sind die Wolken- und Erdblitze. Die Wolkenblitze sind elektrische Entladungen zwischen zwei oder mehreren Wolken mit unterschiedlicher Aufladung.Bei den Erdblitzen erfolgt eine Entladung zwischen Wolke und Erde, wenn beide unterschiedlich aufgeladen sind - wobei eine negative Ladung zur Erde transportiert wird.

.

.Erd- und Kugelblitz.

Der gesamte Blitzvorgang beginnt mit einer Vorentladung, der den Entladungs- oder Blitzkanal aufbaut. Dieser bewegt sich meist als Linienblitz in einer verzweigte Zickzackspur von der Wolke zur Erde. Manchmal wächst dem Blitzkanal der Wolke von der Erde eine Ladungskanal entgegen. Mit der Vereinigung kommt es zur Hauptentladung,dem eigentlichen Blitzschlag. Der Hauptentladung folgen wiederholt bis zu 40 Teilentladungen, aber in Zeiträumen von hundertstel bis tausendstel Sekunde nach.

.

Flächenblitz

.

Neben dem Linienblitz gibt es noch den Flächenblitz, der entsteht, wenn die einzelnen Teilentladungen eines Linienblitzes durch die rasche Bewegung der Luftmasse flächenhaft auseinander gezogen werden.

. Kugelblitz

Sehr selten sind Perlschnurblitze , aber noch seltener Kugelblitze.

.

Jede Sekunde wird die Erdoberfläche von etwa 100 Blitzen getroffen.

Neben der gefährlichen optischen Erscheinung, erschüttert der Blitz sein Umfeld durch den Donner. Der Donner beim Gewitter entsteht, wenn die Luft durch den Blitz stark erhitzt wird. Dadurch dehnt sie sich zuerst sehr schnell aus und wird dann ebenso heftig wieder komprimiert. Als Folge entsteht eine explosionsartige Druckwelle, ein Gewitterschall. Das Krachen ist oft 15 bis 30 km weit hörbar und durch die Reflexion der Druckwelle an den Wolken entsteht das bekannte Grollen oder Rollen des Gewitters.

Da die Schallgeschwindigkeit in der Luft etwas 330 m/s beträgt, kann man leicht die Entfernung des Gewitters und damit der Blitze feststellen. Allerdings besteht zwischen der Donnerstärke eines Wolkenblitzes und eines Erdblitzes ein markanter Unterschied - was besonders von der Länge des Blitzkanals abhängt , aber auch auf den harten Schlag zurückzuführen ist, den ein einschlagender Blitz auf den Erdboden verursacht.

Wie kommt es nun zur Ladungstrennung und damit zur Entstehung der Blitze ?

Erst wenn Blitz und Donner auftreten spricht man von einem Gewitter.

Was aber passiert in den häufigsten Gewittern, den Wärmegewittern ? Diese Gewitter entstehen nur in einer sehr labilen Luftmasse, in der warme und damit leichte Bodenluft ohne Sperre in große Höhe aufsteigen kann. Diese gewittrige Warmluft entsteht infolge der starken Erwärmung des Erdbodens durch die Sonneneinstrahlung. Beim Aufsteigen kühlt sich die meist feuchtwarme Luft aber sehr rasch ab und dabei kommt es zu Vereisungserscheinungen, weil die Nullgradgrenze in einer bestimmten Höhe durchschritten wird.

Somit sind starke Aufwinde (bis 30 m/s) und das gleichzeitige Vorhandensein von Wasser und Eis die wichtigsten Bedingungen für eine Gewitterwolke. Durch die innerhalb der Gewitterwolke einsetzende starke Turbulenz kommt es zur Ladungstrennung und damit ist die Grundvoraussetzung für Blitzentladungen erfüllt.

.

Vorboten von Gewitter, und damit Blitz und Donner, sind neben hellweißen, flockenförmigen Wolken (Altocumulus floccus) besonders die Altocumulus-Castellanus-Wolken , die morgens am Himmel erscheinen. Die türmchenförmigen Auswüchse der mittelhohen Castellanus-Haufenwolken in etwa 2000 m Höhe deuten auf eine starke Labilisierung in der Höhe hin, und dann bedarf es nur noch der Tageserhitzung und Thermik und die hohen Gewitterwolken (Cumulonimbus-Wolken) bilden sich blitzschnell aus.

Dann sollte man auch schnell Schutz suchen - möglichst nicht unter alleinstehenden Bäumen, schon lieber im Auto, wo man durch den Faradaykäfig geschützt ist.

:

Üblicherweise fallen diese Wärmegewitter abends, mit nachlassender Sonnenerwärmung, in sich zusammen; sie sind also Tagesgewitter. Allerdings verbleiben sie im Hochsommer länger über warmen Gewässern, die den notwendigen Energienachschub liefern.

:

Neben den Wärmegewittern gibt es auch nächtliche Meeresgewitter oder Gewitter an Kaltfronten, die nicht an die Tageszeit gebunden sind.

 

Darüber - und auch über Kugel- und Perlschnurblitze - in einem späteren Beitrag.

..............................................................................

.

...............................................................................

.

Polarlichter -

göttliche Phänomene am Himmel

(Dr. Tiesel, Jan. 2003)

.

.

Polarlicht oder auch Nordlicht ist eine sehr attraktive Leuchterscheinung am nächtlichen Himmel in der Gegend um den Nordpol. Aber es gibt sie auch auf der Südhalbkugel, in der Nähe des Südpols, wie sie Südlicht genannt werden. Unsere Sonne ist es, die die Polarlichter verursacht. Sie entstehen dadurch, dass von der Sonne eine Partikelstrahlung ausgeht, die recht unterschiedlicher Intensität ist. Diese Sonnenstrahlung besteht meist aus Protonen und freien Elektronen, wird durch das Magnetfeld unserer Erde vorwiegend in zwei ringförmige Zonen, die sogenannten Polarlichtzonen, um die beiden magnetischen Pole in einem Abstand von rund 23 Grad abgelenkt. Die Partikelstrahlung der Sonne regt beim Auftreffen auf die Lufthülle der Erde, die in 100 bis 400 km Höhe befindlichen Atome und Moleküle - besonders atomaren Sauerstoff und molekularen Stickstoff - zum Leuchten an. Dadurch entsteht das Nord- und Südlicht.

In den Polarlichtern sind alle Spektralfarben enthalten und deshalb zeichnen sie sich durch eine sehr große Formgestaltung und wunderschöne Farbenpracht aus. Die Intensität , die Häufigkeit und auch die geographische Verteilung der Polarlichter hängen mit der Sonnenaktivität zusammen. Es ereigneten sich schon solare Ausbrüche, deren Polarlichter man selbst in den Subtropen beobachten konnte.

Wie entsteht nun die Partikelstrahlung der Sonne, auch Sonnenwind genannt, die nicht nur das Wetter und Klima unserer Erde mit sehr stark beeinflußt, sondern auch die Polarlichter an den Erdpolen hervorruft ?

Auf der Sonne gibt es starke Erscheinungen, die zeitlich und räumlich in bestimmte Räumen auftreten. Zu diesen Aktionszentren der Sonne gehören die Sonnenflecken, Sonneneruptionen und Protuberanzen. Diese so wichtigen Erscheinungen auf der Sonne hängen zusammen. Sie führen zu gewaltigen Strahlungs- und Gasausbrüchen, die nicht nur die Sonnenkorona verändern und sich auch auf den Sonnenwind auswirken und sondern sich auch als solarterrestrische Erscheinungen - zu denen auch das Polarlicht zählt - bemerkbar macht. Insbesondere sind es die Sonneneruptionen, also die gigantischen nuklearen Explosionen auf der Sonne, die zu plötzlichen Veränderungen in unserer Ionosphäre führen , die starke erdmagnetische Störungen bewirken und zu einem verstärkten Auftreten der Polarlichter führen. Die Sonnenflecken, das sind dunkle Stellen auf der Sonnenoberfläche, die durch starke magnetische Felder verursacht werden, treten in einem bestimmten Zyklus auf. Etwa seit dem 17. Jahrhundert kennt man eine im Mittel 11jährige Sonnenfleckenperiode. Diese 11jährige Periode tritt auch bei Sonneneruptionen und Protuberanzen auf und macht sich auf unserer Erde unter anderen auch durch die Häufigkeit der Polarlichter bemerkbar.

Auch aufgrund dieses bekannten Zyklus, kann man das Auftreten der Polarlichter immer recht gut vorausberechnen und veröffentlichen. Und so kann das himmlische und farbenprächtige Spektakel der Polarlichter immer von vielen Menschen in den Polargegenden beobachtet werden.

................................................................................

.

................................................................................

.

Himmliche Kobolde

(Tiesel, 23.Feb.2006)

.

Amerikanische Wissenschaftler entdeckten über kräftigen Stürmen und Gewittern mysteriöse Lichterscheinungen, die für den Bruchteil einer Sekunde über den Wolken aufzucken..

.

1989 wiesen NASA-Wissenschaftler erstmals dieses gespenstische Aufleuchten bei der Durchsicht von Aufnahmen der Raumfähre 'Atlantis' nach.

Mit Hochgeschwindigkeitskameras , die in der Sekunde bis 5000 Bilder schießen, gelang es jetzt USA-Forschern diese himmlichen Lichtphänomene in sehr guter Schärfe zu filmen.

Wegen ihrer geheimnisvollen Erscheinung nennt man sie Kobolde , Elfen , Blue Jets , und neuerdings Sprites - nach den Kobolden bei Shakespeare.

Diese Irrlichter mit oft rätselhaften kleinen Leuchtpunkten sehen aus wie Blitze die nach oben schlagen.

Dabei erscheinen die Licht-Kobolde in verschiedene Farben, meist rot oder blau , und in unterschiedlichen Formen, wie Säulen, Karotten , Quallen oder als Atompilz.

Direkt über den Gewittern mit kräftigen Windströmungen schießen sie dann bis in Höhen von 100 Kilometer.

Die Wissenschaftler können sich die physikalische Entstehung dieser flüchtigen Lichterscheinung bisher noch nicht richtig erklären. Das hängt auch damit zusammen, dass dieses Aufflackern oft nur zehn bis hundert Millisekunden - etwa einem Wimpernschlag - dauert und man diese Leuchterscheinung bei bedecktem Himmel von Boden aus nicht beobachten kann.

Heute wird vermutet, dass die Sprites von normalen Blitzen ausgelöst werden, die von den Wolken zur Erde laufen. Während die positive Ladung sich zur Erde entläd, schießt die negative Ladung in die hohe Atmosphäre und die Elektronen bringen dort die Stickstoffatome zum roten Leuchten oder Glühen.

Bildet sich in den Gewittern Hagel, dann schießt oft ein leuchtend blaues Lichtphänomen zum Himmel, dass man Blue Jets nennt. .

Die Blue Jets können auch quallenförmige Sprites mit Tentakeln und ringförmige Irrlichter auslösen, die man als Elfen bezeichnet.

.

................................................................................

.

 

...............................................................................

.

UFOs - nicht mit mir !

(Veröff. , Februar 1995)

(Dr. Tiesel / Leiter Wetterdienst Nordostdeutschland)

.

Die jüngsten Beobachtungen von angeblichen UFOs und die Nachfragen der Medien an das Wetteramt über diese 'unbekannten Flugobjekte' sind Anlaß einmal hierzu Stellung zu nehmen.

Als Meteorologe, dessen Beruf die ständige optische Beobachtung und die wissenschaftliche Beurteilung der Veränderung der unteren Lufthülle ist, stehe ich allen Beobachtungen von sogenannten UFOs in diesen Luftraum nicht nur sehr skeptisch, sondern ablehnend gegenüber.

Weshalb?

Viele dieser UFOs lassen sich mit der optischen Physik der unteren Atmosphäre, die ein Spezialgebiet der Meteorologie ist, relativ einfach erklären.

Wohl auch deshalb werden seriöse Meteorologen von den angeblichen UFO-Experten und Journalisten - die sich und ihr Produkt gut vermarkten möchten - nicht gern zur Deutung herangezogen. Ein typisches Beispiel war die letzte UFO-Fernsehsendung, die vorrangig auf eine Beobachtung über Vorpommern Bezug nahm. Auch hier wurden wir als zuständiges Wetteramt und die nahegelegenen Wetterbeobachtungsstationen, dessen fachliche Aufgabe auch die ständige Registrierung und Weitermeldung optischer atmosphärischer Erscheinungen ist, von dem Journalisten nicht näher hinterfragt.

.

Abb 1: ' UFO' mit grünem Strahl

.

Abbildung 1 ist ein Beispiel für eine sehr rasch als UFO gedeutete optische Erscheinung unserer Sonne. Hierbei handelt es sich aber nur um den bekannten, wenn auch sehr selten auftretenden, 'Grünen Strahl', der durch Zerlegung der Spektralfarben des Sonnenlichtes beim Untergang der Sonne kurzzeitig am Himmel erscheint.

Durch Brechung, Beugung, Streuung und Spiegelung des Sonnenlichtes entstehen - bei bestimmten Wetterlagen, bei speziellen Luftmassen, an atmosphärischen Temperaturumkehrschichten (Inversionen) usf. - eine Vielzahl atmosphärisch-optischer Erscheinungen, die häufig als UFOs angesehen werden.

Zu diesen atmosphärischen Erscheinungen gehören - ohne sie näher zu kommentieren - Halos, Nebensonnen, Höfe (Aureolen), Kränze, Ringe, Koronen, Nebelbögen, Polarlichter, Gegensonnen, Zodiakallichter, Lichtsäulen, Regenbögen, Wetterleuchten u.a.

Vor allem beim Aufgang und Untergang der Sonne, aber auch des Mondes werden häufig die angeblichen UFOs gesichtet. Aber auch Gewitter-Wetterlagen mit entsprechenden Entladungserscheinungen bis hin zum plasmaartigen, auf dem Boden hin- und herspringenden und manchmal zerplatzenden Kugelblitz, sind UFO-trächtige Situationen. Auch bei schweren Sturmwetterlagen, bei den zerissene Wolkenfelder sehr tief und sehr rasch , oft mit wechselnder optischer Helligkeit, mit Niederschlag und starker Geräuschkulisse über uns hinwegfegen, verursachen bei einigen die Vorstellung des Unheimlichen, des Überirdischen. Werden dabei die Unterseiten dieser tiefen und rasch ziehenden Stratus- und Cumuluswolken noch von starken Bodenscheinwerfern, neuerdings oft von Diskothekenscheinwerfern, angestrahlt und die sich abzeichnenden Lichtpunkte (die Lichtkegel sind oft nicht sichtbar) hin- und herbewegt, so wird dieses Lichtspiel sehr rasch als UFO gedeutet.

Auch die Lichter und Scheinwerfer von Flugzeugen oder Hubschraubern, wenn sie z.B. über einer tiefen, flachen und ab und an durchbrochenen Wolkendecke fliegen, können derartige UFO-ähnlichen Erscheinungen hervorrufen. Der am Erdboden entlangjagende Wolkenschatten (auch bei Vollmond) suggeriert eine derartige Erscheinung um so mehr.

Wiederholt werden diese UFOs auch am Tage dann beobachtet, wenn das Wetter urplötzlich umschlägt, d.h. wenn es z.B. beim Durchgang einer Boden- oder Höhenkaltfront (Trog) mit kräftigen Vertikalumlagerungen und mächtigen Wolken tagsüber plötzlich angsteregend dunkel wird. Dabei haben tiefe Wolkenpakete - bedingt durch ihre Bildung, ihre ständige vertikale und horizontale Veränderung und Bewegung - oft den Charakter von Flugobjekten. Bilden sich an den Rändern dieser 'UFO-Wolken' noch Leuchterscheinungen aus und treten als Geräuschkulisse noch Entladungserscheinungen wie Blitz und Donner oder ein böiges Rauschen durch die starke Richtungs- und Geschwindigkeitsschwankung des Windes auf, so werden diese Wolken überhastet als UFOs angesehen.

Auch gibt es in der Meteorologie mehrere Wolkenarten, die eine typische Linsenform haben und deshalb rasch als UFO gedeutet werden. Die wohl bekannteste und häufigste dieser Wolken, ist eine in etwa 2 bis 7 km Höhe angesiedelte Quellwolke (altocumulus lenticularis), die ein Vorbote für gutes Wetter für die nächsten Tage ist. Ihre typische Linsenform entsteht dadurch, daß mit zunehmendem Hochdruckeinfluß und durch Erwärmung infolge dynamischen Absinkens der Luft zum Boden die Wolkenränder flach abschmelzen und oft zu flimmern (irisieren) beginnen.

Werden derartige Linsen-Wolken, zu ihnen zähen auch viele Föhnwolken, hohe Perlmutterwolken und leuchtende Nachtwolken, vor allem in der Dämmerungsphase noch von der Sonne oder auch nachts indirekt durch das vom Mond reflektierte Sonnenlicht angestrahlt, so sind diese Wolken für den Laien oft typische unbekannte Flugobjekte.

 

Abb. 2: Linsenwolken als UFOs

 

Abbildung 2 zeigt eine spezielle Form der linsenförmigen Wolken, sogenannte 'Föhnfische', die auch rasch als UFOs gedeutet werden können.

Diese linsenartigen Wolken treten aber auch oft an Tagen mit normaler Tageskonvektion auf. Am Abend, wenn z.B. nach Tages-Labilisierung mit Thermik/Thermals sich die Cumuluswolken (z.B. auch an unserer Ostseeküste beim Land- und Seewindsystem) durch Absinkvorgänge auflösen, bilden sich einer bestimmten Phase der Auflösung wiederholt derartige tiefschichtige Wolkenlinsen aus. Wohl auch ein Grund, weshalb die sogenannten UFOs häufig am Abend bei Sonnenuntergang beobachtet werde.

Natürlich gibt es auch eine Vielzahl nichtmeteorologischer Erklärungen von UFOs, wie Vögelschwärme, geheim-tieffliegende militärischen Flugzeuge und Raketen etc.

In der heutigen Zeit der unbegrenzten Presse- und Meinungsfreiheit - so scheint mir - versuchen mehrere auf dem Gebiet des Außerirdischen ihr schnelles Geld machen zu wollen, wiederholt, ohne tiefere geophysikalische Kenntnisse des Irdischen zu besitzen. Psychologisch scheint auch erwiesen, daß ein bestimmter Menschentypus prädestiniert ist, in vielen Dingen gleich UFOs zu sehen. Seltsamerweise steigen auch manchmal Wissenschaftler auf diesen Zug auf. Aber sehr rasch ist für seriöse Wissenschaftler erkennbar, weshalb ihre 'außerirdischen' Kollegen dies tun. Wissenschaft lebt auch von wilden Theorien und Phantasien. Nur sollte das wissenschaftliche Ziel darin bestehen, Phänomene fachlich-vernünftig zu erklären und nicht mit ihnen geistig in den Weltraum abzuheben. Nach fast 35 Berufsjahren mit einer Unzahl erlebter seltener Naturerscheinungen, die man zum Teil auch nur mit anfänglicher Abstraktion und Phantasie erklären konnte, sei mir diese Beurteilung erlaubt.

Auch haben wir doch heute nicht mehr den Kenntnisstand der alten Germanen, die an einen außerirdischen Gewitter- und Donnergott glaubten, nur weil sie sich die heute in jedem Labor nachvollziehbaren physikalischen Vorgänge eines Gewitters und Donners noch nicht erklären konnten...

Vielleicht trägt der Artikel dazu bei, seltene Phänomene unserer Lufthülle nicht gleich als UFOs und damit als das Werk Außerirdischer, sondern als eine interessante und spezielle Naturerscheinungen unserer Erde zu deuten.

.

.........................................................................................................................

(Beiträge folgen)

.

.